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Elterngeld

ElterngeldPlus: Wann sich der Partnerwechsel wirklich lohnt

01.05.2026

Was ist ElterngeldPlus?

ElterngeldPlus ist eine Variante des Elterngelds, die besonders für Eltern attraktiv ist, die nach der Elternzeit wieder in Teilzeit arbeiten möchten. Im Gegensatz zum Basiselterngeld, das für maximal 14 Monate gezahlt wird, kann ElterngeldPlus bis zu 28 Monate bezogen werden. Der Haken: Die monatlichen Zahlungen sind geringer, aber die Bezugsdauer verdoppelt sich.

Der entscheidende Unterschied: Partnermonate

Das klassische Elterngeld gewährt 12 Basismonate plus 2 Partnermonate, wenn beide Eltern Elterngeld beziehen. Bei ElterngeldPlus gibt es ebenfalls 12 Basismonate plus bis zu 14 Partnermonate. Das bedeutet: Wenn beide Partner sich die Elternzeit teilen und in Teilzeit arbeiten, können sie insgesamt bis zu 28 Monate ElterngeldPlus erhalten.

Wer kommt für ElterngeldPlus in Frage?

ElterngeldPlus lohnt sich besonders für:

- Doppelverdiener: Wenn beide Partner vor der Geburt gut verdient haben
- Teilzeitinteressierte: Eltern, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten möchten (25-30 Stunden pro Woche)
- Lange Elternzeit: Familien, die die Elternzeit über einen längeren Zeitraum strecken wollen
- Gleichberechtigte Aufteilung: Paare, die sich die Betreuung fairly teilen möchten

Die Rechenregel im Detail

Die Höhe des ElterngeldPlus berechnet sich aus dem Nettoeinkommen vor der Geburt. Wichtig ist, dass das Einkommen während des ElterngeldPlus-Bezugs nicht zu stark sinken darf. Das Partnereinkommen darf während des Bezugs maximal um die Hälfte des vorherigen Einkommens sinken.

Beispielrechnung:

Wenn Sie vor der Geburt 3.000 Euro netto verdient haben und während des ElterngeldPlus in Teilzeit 1.500 Euro verdienen, erhalten Sie ElterngeldPlus in Höhe des Differenzbetrags - allerdings maximal 900 Euro pro Monat.

Wichtige Besonderheit: Einkommensanrechnung

Ein entscheidender Aspekt von ElterngeldPlus ist, dass die Zahlung sinkt, je mehr Sie dazuverdienen. Das ElterngeldPlus berechnet sich aus der Differenz zwischen Ihrem vorherigen Einkommen und Ihrem aktuellen Einkommen. Das bedeutet:

- Wenn Sie weniger arbeiten und weniger verdienen, erhalten Sie mehr ElterngeldPlus
- Wenn Sie mehr arbeiten und mehr verdienen, sinkt das ElterngeldPlus entsprechend
- Das Maximum von 900 Euro wird nur erreicht, wenn Ihr Einkommen während der Elternzeit stark sinkt

Praxisbeispiel:

Bei einem vorherigen Nettoeinkommen von 3.000 Euro: Wenn Sie 1.000 Euro verdienen, erhalten Sie mehr ElterngeldPlus als wenn Sie 2.000 Euro verdienen. Die Summe aus ElterngeldPlus und Teilzeitgehalt kann sich also unterscheiden, je nachdem wie viel Sie arbeiten.

Wann lohnt sich ElterngeldPlus wirklich?

ElterngeldPlus ist finanziell sinnvoll, wenn:

- Sie in Teilzeit arbeiten möchten und dadurch weniger Einkommensverlust haben als beim klassischen Elterngeld
- Ihr Partner ebenfalls ElterngeldPlus bezieht und Sie so die Partnermonate optimal nutzen
- Sie die längere Bezugsdauer für eine sanfte Rückkehr in den Beruf benötigen
- Sie durch Teilzeitarbeit beruflich am Ball bleiben wollen

Wann ist das klassische Elterngeld besser?

Das Basiselterngeld kann vorteilhafter sein, wenn:

- Sie gar nicht während der Elternzeit arbeiten möchten
- Ihr Partner nicht oder wenig Elterngeld bezieht
- Sie eine kurze, intensive Elternzeit bevorzugen
- Ihr Einkommen vor der Geburt relativ niedrig war

Wichtige Besonderheiten beachten

Die 25-Stunden-Regel: Während des ElterngeldPlus-Bezugs dürfen Sie maximal 25 bis 30 Stunden pro Woche arbeiten. Überschreiten Sie diese Grenze, verlieren Sie den Anspruch auf ElterngeldPlus für den betreffenden Monat.

Die Bindungsfrist: Sobald Sie ElterngeldPlus beantragt haben, sind Sie für 12 Monate an diese Entscheidung gebunden. Ein Wechsel zurück zum Basiselterngeld ist in dieser Zeit nicht möglich.

Die Einkommensgrenze: Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf 500.000 Euro nicht übersteigen. Dies betrifft jedoch nur sehr wenige Haushalte.

Der Antrag muss rechtzeitig gestellt werden

ElterngeldPlus muss spätestens drei Monate nach Beginn der Elternzeit beantragt werden. Wichtig: Sie können ElterngeldPlus nicht nachträglich für Monate beantragen, für die Sie bereits Basiselterngeld bezogen haben.

Kombination mit anderen Leistungen

ElterngeldPlus kann mit anderen Leistungen kombiniert werden, allerdings gibt es Einschränkungen:

- Mutterschaftsgeld: Wird vor dem Elterngeld gezahlt und auf das Elterngeld angerechnet
- Kindergeld: Unabhängig vom Elterngeld zusätzlich beziehbar
- Arbeitslosengeld: In der Regel nicht kombinierbar

Die Entscheidung gut vorbereiten

Bevor Sie sich für ElterngeldPlus entscheiden, sollten Sie:

- Ihre Einkommenssituation vor der Geburt genau kennen
- Prüfen, ob Teilzeitarbeit für Sie realistisch ist
- Mit Ihrem Partner die Aufteilung der Partnermonate besprechen
- Einen Elterngeldrechner zur Einschätzung nutzen
- Die Beratungsstellen der Elterngeldstellen in Anspruch nehmen

Fazit: Eine individuelle Entscheidung

ElterngeldPlus ist kein automatisch besseres Elterngeld - es ist eine Alternative für bestimmte Lebenssituationen. Wenn Sie in Teilzeit arbeiten möchten, Ihr Partner ebenfalls Elterngeld bezieht und Sie eine längere Elternzeit anstreben, kann ElterngeldPlus finanziell attraktiv sein. Für eine reine Auszeit ohne Arbeit ist oft das klassische Basiselterngeld die bessere Wahl.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung. Die Elterngeldberechnung ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Wenden Sie sich für eine verbindliche Auskunft an Ihre örtliche Elterngeldstelle.